Impressum

Die Zweite Instanz

Die Zweite Instanz für Jena
null
Journal
Medienkritik
null
 Jenathek 
Weblog
null
Presselog
Weblog
null

Analysen | Medienspiegel | Mitteilungen | Berichte
null
MetaLokales | WebAktuell | Veranstaltungen
null
null
Brotkrumen: Startseite -> Campus -> Internet

Literatur im Unterricht - Internet statt Förderung

Von Thomas C. Stahl

[Internet]

Welcher Schüler kennt das nicht: Man muß ein literarisches Werk eines großen Schriftstellers interpretieren und hat die Technik eben solchen Interpretierens kaum gelernt. Zu straff geplant sind die Lehrpläne besonders an Gymnasien, als daß hier noch in größerem Umfang Methodik eine Rolle spielen würde. So sind Schüler zumeist auf sich allein gestellt – und auf den Wissensspeicher schlechthin, das Internet.

Dieser Artikel wird gesponsort von: [Trigami-Review]


Beschreibung
In Jena, der Stadt der naturwissenschaftlichen Bildung, trifft dies sicherlich noch viel stärker zu. Mathematik und Naturwissenschaften brauchen sich jedenfalls über mangelnde Aufmerksamkeit Jenaer Unternehmen nicht beschweren. Erst Ende Mai überreichte zum Beispiel Carl Zeiss Jena einen Scheck über 10.000 Euro an das Carl-Zeiss-Gymnasium, um die Teilnahme Jenaer Schüler am Bundeswettbewerb Physik für die Sekundarstufe I zu ermöglichen. Zeiss betritt damit keinesfalls Neuland. So findet in Jena mittlerweile regelmäßig der Tag des Mikroskopierens statt, bei dem bereits im frühen Alter auf den Stützpfeiler der Jenaer Wirtschaft, die optische Industrie, aufmerksam gemacht werden soll.

Geisteswissenschaften geraten vor einem solchen Hintergrund natürlich schnell ins Hintertreffen. Dabei klagen gerade die Unternehmen in Jena über mangelhafte Allgemeinbildung bei ihren angehenden Auszubildenden. So kritisierte nicht zuletzt Peter Popp, Geschäftsführer der Carl Zeiss Jena GmbH, während einer Podiumsdiskussion mit Arbeitsminister Scholz die zunehmende Leseschwäche deutscher Schüler „nicht nur bei Migranten“.
Ein Umstand, der einerseits auf die Monokultur unternehmerischer Bildungsförderung zurück zu führen ist. Andererseits aber auch auf die soziale Lage der Jugendlichen. Denn grundsätzlich bietet das Internet jederzeit Abhilfe auch in Bezug auf Interpretation. Nur ist dafür natürlich auch ein Anschluß ins weltweite Netz von Nöten – und der kostet.

Ist der Weg jedoch geebnet, bietet das Web mannigfaltige Quellen. Zu viele, als daß man alle überblicken könnte. Das Angebot reicht vom schnellen Leitfaden für Interpretationen bis hin zur kompletten Datenbank mit Interpretationsbeispielen. Besonders letzteres bedeutet das Aus traditioneller Hilfestellung. Mußten doch im Vor-Web-Zeitalter Eltern oder ältere Geschwister herhalten und mit Rat oder – heimlicher – Tat zur Seite stehen.
Mit der Lyrik-Datenbank kommt es jedenfalls nicht mehr auf die Hilfsbereitschaft bzw. -fähigkeit der Familie an. Selbst ist der Schüler und holt sich seine Vorlagen selbst. Daß er diese freilich nicht mehr 1:1 für die eigene Arbeit verwenden kann, liegt auf der Hand. Einerseits verstieße er damit gegen das Urheberrecht, andererseits dürften Datenbanken diesen Kalibers an den Schulen längst bekannt sein. Suchmaschinen, wie sie im universitären Bereich schon lange zur Anwendung kommen, decken wohl jeden Betrugsversuch auf.

Interessant ist im Übrigen das Konzept der oben verlinkten Antikoerperchen Lyrik-Datenbank. Nicht, weil die Interpretationen von Schülern verfaßt und eingereicht werden. Diese als Web 2.0 bezeichnete Funktionalität ist schon lange zuvor von Angeboten wie Hausaufgaben.de eingeführt worden. Wohl eher selten anzutreffen ist jedoch der Umstand, daß der Datenbankbetreiber Dirk Niemeier für eingereichte Arbeiten ein Entgelt bezahlt. Zwar beläuft sich dieses mit 5 – 15 Euro nicht auf Unsummen. Doch ist dies ein Weg, der beispielhaft für Nutzerinhaltsseiten (User generated Content) ist.
Einen Fauxpas leistet sich die Webseite dann aber doch: Angesichts einer Vielzahl bereits vorhandener Interpretationen wäre eine Suchfunktion von unschätzbarem Wert. Diese aber fehlt. Zwar hat wohl die übersichtliche Sortierweise der Arbeiten nach Autoren, Werken und Epochen den Betreiber dazu verleitet. Doch ist die Suche im Internet mittlerweile zum zentralen Bestandteil geworden und sollte bei keinem Projekt fehlen.

Das Internet übernimmt jene Funktion, die neben dem Staat eigentlich auch der Wirtschaft anheim fällt: Aktive Förderung unterschiedlichster Bildungsmöglichkeiten. Die Schule ist in unserer heutigen Zeit nur mehr ein Strang unter vielen. Selbststudium, einst Domäne an Unis, hat längst auch den schulischen Sektor erreicht. Und das nicht nur für die Themengebiete Technik oder Naturwissenschaften.

Einige der Links führen auf externe Webseiten und gehören nicht zum Angebot von Jenakompakt.de!


Kommentieren (0 vorhanden) | Lesezeichen | Weiterempfehlen | 21. Juli 2008




Weitere Internet-Artikel

Online-Portal aus Jena für Werbefolien gestartet

Konkurrenz für Jobmailing.de – Wie das Internet Jena einholt

Jena zeigt erste Ansätze von E-Government

Barcamp Mitteldeutschland – Die Zukunft des Konferierens erreicht Jena

Ernst-Abbe-Bücherei und JenaKultur entdecken das neue IT-Zeitalter



Surftips:
» ** Shopsystem mit Im- und Export Modul **


Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.

rand
Erfolgreich ins Internet

rand
rand

rand

rand

rand
Jenaer Nachrichten

Nachrichten & Marktplatz auf Jenapolis
null
Videos & Meldungen via JenaTV
null
----------------------------
rand