Jena wird das Thema Drogen in diesen Tagen wohl nicht mehr los. Erst vor knapp einer Woche hob die Jenaer Kriminalpolizei eine Zuchtanlage für Cannabis-Pflanzen aus. Der sensationelle Fund gelang in einem still gelegten Bürogebäude in Jena-Göschwitz. Wer die Drogenbauern waren und inwieweit der Inhaber der Räumlichkeiten involviert ist, wurde bisher nicht bekannt gegeben. Fraglich ist natürlich, ob die Indoor-Plantage tatsächlich für die Versorgung des Jenaer Marktes vorgesehen war.
Wie gefährlich Cannabiskonsum werden kann, zeigen nicht nur die Unfallstatistiken. Denn obwohl die Einnahme für gewöhnlich wenig bleibende Schäden hervorruft, gab es in den letzten Monaten offenbar mehrere Anzeichen für Vergiftungen. Grund dafür ist ein bedenklich hoher Anteil Blei in kontaminiertem Marihuana. Durch die Aufnahme des Metalls über die Lunge gerät die schädigende Wirkung um so größer.
Weshalb und wie das Blei zum Rauschgift kommt, ist nicht ganz sicher. BKA und andere Institutionen gehen jedoch davon aus, daß Drogendealer die einzelnen Portionen mit dem Schwermetall strecken wollen und zugleich deren Gewicht erhöhen.
Experten gehen davon aus, daß die bisher gemeldeten 148 Fälle bundesweit nur die Spitze des Eisberges ausmachen. Tatsächlich gehen sie von bis zu 5000 Vergiftungen aus. Die Stadt Jena weist aus diesem Grund auf die Möglichkeit hin, im Falle von Symptomen oder bei Verdacht sich anonym untersuchen zu lassen: