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Jenaer Politiker sind kommunikationsfreudig

Von Thomas C. Stahl

[Analyse]

Politiker stehen, wenn es um das Internet geht, gemeinhin etwas neben der Spur. Selbst Vorreiter wie der hessische SPD-Spitzenkandidat und aktuelle Parteivorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel wirken bei ihren Gehversuchen in StudiVZ, Twitter und Co. zuweilen etwas tapsig.

In Jena alles anders?

In Jena scheint an diesem Stereotyp eines Politikers allerdings weniger dran zu sein, als man besonders eingedenk des lokalen Bezugs vermuten könnte. Zu diesem Schluß kommt man jedenfalls, wenn man sich die Resonanz auf die Kommunikationsplattform Jenapolis vor Augen hält.
Die Politik hat sich des Portals nicht einfach nur als zusätzlichen Informationsmediums (Web 1.0) angenommen, sondern interagiert seit Start des Projekts untereinander und – sehr viel wichtiger – mit den Bürgern. Freilich dem Wahlkampf geschuldet, wird direkt auf Vorlagen des politischen Gegners eingegangen , werden diverse Themen kommentiert und Bürgernachfragen beantwortet .

Positives Echo auf Transparente Wahl

Einen regelrechten (Vorsicht: Neudeutsch!) Hype löste unsere Aktion „Gut zu wissen wen ich wähle! – Zehn Fragen an alle Kandidaten für die Kommunalwahl in Jena“ aus. Die anfängliche Befürchtung, gerade Kandidaten für den Stadtrat könnten weniger an Öffentlichkeitskommunikation interessiert sein, zerschlug sich bereits wenige Stunden nach Start. Mittlerweile kommen wir mit dem Veröffentlichen der beantworteten Fragebögen kaum noch hinterher (der Übersicht geschuldet möchten wir maximal 4-5 Beiträge am Tag veröffentlichen).

Zugleich kommt die Offenheit der Politik auch bei den Bürgern an. Ohne Ausnahme ranken die Kandidatenvorstellungen unter den Top 10 der am häufigsten gelesenen Artikel des Tages. Selbst am Tag nach der Veröffentlichung erfreuen sich die jeweiligen Beiträge noch sichtbaren Interesses.
Mit anderen Worten: Unser Anliegen, die Jenaer Kommunal-Politik etwas transparenter und (damit einhergehend) demokratischer zu gestalten, ist voll aufgegangen. Zugegeben, ein wenig überraschend – jedoch durchweg positiv.

Interessante Erkenntnisse

Weitere Auswertungen folgen. Nicht nur inhaltlich oder statistisch dürften diese interessant werden. Auch allgemein mit Blick auf die Demokratiefähigkeit der Politik muß so manches Vorurteil beiseite gelegt werden. Offenbar fehlte es nur am fruchtbaren Boden, der den Samen aufgehen läßt.


Kommentieren (0 vorhanden) | Lesezeichen | Weiterempfehlen | 16. April 2009




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