Wo: Science-City-Jena - Wann: 19. Februar 2008
Die Basketballmannschaft von Science City Jena läuft auch unter dem neuen Coach Sean McCaw, der am vergangenen Montag Björn Harmsen beerbte, ihrem dritten Sieg in der BBL hinterher. Am Samstagabend unterlag man dem Team Walter Tigers Tübingen vor über 2.000 Zuschauern in der JenArena mit 64:84 (41:41).
Für das Schlusslicht der Liga wird es nun immer enger im Abstiegskampf. Die ebenfalls gegen den Abstieg kämpfenden Gäste verbuchten mit diesem Erfolg einen kleinen Befreiungsschlag unter ihrem neuen Trainer Tolga Öngören, der seit fünf Spielen die Tübinger betreut. Sie haben jetzt sechs Siege eingespielt und rangieren momentan auf dem 15. Tabellenplatz.

Die Jenaer Basketballer wollten mit dem Tübingen-Spiel die Weichen auf Klassenerhalt stellen. Nach dem vollzogenen Trainerwechsel und dem damit verbundenen Ausscheiden von Sean McCaw als Spieler, sollte das kein leichtes Unterfangen werden. Doch das Team startete sehr gut in die erste Halbzeit. Gerade unter dem Korb kämpften die Saalestädter mit viel Einsatz und Motivation. Mit dem immer wieder beschworenen Teamgeist gelangen sehenswerte Würfe und zeitweise sogar ein 7-Punkte-Vorsprung.
Im zweiten Viertel stemmte sich Science City Jena gegen das Anrennen der Spieler von Walter Tigers Tübingen. Man kämpfte sich immer wieder an die Gäste-Führung heran und lag eine Minute vor dem Halbzeitpfiff erneut mit fünf Punkten in Führung. Doch Unaufmerksamkeiten in der Jenaer Defensive kosteten den Vorsprung. Buchstäblich mit dem Pausenpfiff glichen die Tübinger zum 41:41 aus.
Einbruch in der 2. Halbzeit
Mit Beginn der zweiten Halbzeit war also wieder alles offen; das Spiel begann sozusagen von vorn. Der so wichtige Sieg für den Klassenerhalt war in greifbarer Nähe. Doch die Hightowers kamen wie ausgewechselt aus der Kabine. Es stand nun ein Team auf dem Parkett, dem in den letzten 20 Minuten nicht mehr viel gelang. Konditionell war man sichtlich den Tübingern unterlegen.
Überhastete Spielabschlüsse, Fehlpässe oder freie Korbwürfe, die ihr Ziel weit verfehlten, führten zu einer mageren 11- bzw. 12-Punkte-Ausbeute im dritten und vierten Spielabschnitt.
Viel zu wenig, um den Tübingern Paroli bieten zu können. Diese spielten zwar auch keinen überragenden Basketball, trafen aber aus allen Situationen heraus. So verschafften sie sich bereits nach dem dritten Viertel beim Stand von 52:62 einen beruhigenden 10-Punkte-Vorsprung.
Im letzten Viertel kamen die Jenaer noch einmal bis auf fünf Zähler heran, dann aber war die Luft endgültig aus dem Spiel heraus – zumindest auf Seiten der Saalestädter. Die Tübinger nutzten konsequent ihre Chancen; bestraften die hektisch und unkonzentriert spielenden Jenaer mit sicheren Abschlüssen. Beim Spielstand von 64:84 kam dann endlich der erlösende Abpfiff.
Science City Jena war erneut nur ein leichter Punktelieferant und hat die sich auftuende Möglichkeit, den dritten Sieg einzufahren, verschenkt. Wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, der mindestens drei Siege weit entfernt ist. Und die Gegner werden nicht leichter. Bereits am 23. Februar geht es nach Braunschweig bevor am 29. Februar Ludwigsburg in der JenArena aufschlägt. Eine Mannschaft gegen die man in dieser Saison schon zweimal verloren hat. Es kommt also sehr viel intensive Arbeit auf den neuen und in Sachen Coaching unerfahrenen Sean McCaw zu, damit das Gastspiel in der 1. BBL nicht nach einem Jahr schon beendet ist.
Trainerstimmen zum Spiel:
Tolga Öngören, Trainer Walter Tigers Tübingen: „Es war ein sehr wichtiges Spiel für uns. Der 20-Punkte-Abstand gibt nicht den Charakter des Spiels wieder. Wir haben in der zweiten Halbzeit nur 23 Punkte zugelassen, was uns viel Selbstvertrauen gegeben hat. Es war mein fünftes Spiel mit Tübingen und das erste mit 21 Assists. Unser Sieg ist verdient.“
Sean McCaw, Trainer Science City Jena: “Die Niederlage ist verdient. Tübingen hat in der zweiten Halbzeit das Spiel dominiert…. Wir haben zu viele Dreier probiert und nicht getroffen. Außerdem war es ein Fehler von mir, Spieler wie Mark Davis und Lavelle Felton so lange auf dem Platz zu lassen. Sie waren müde geworden.“
Spielverlauf:
1. Viertel: 17:16
2. Viertel: 24:25, Halbzeit: 41:41
3. Viertel: 11:21
4. Viertel: 12:22, Endstand: 64:84
Beste Werfer Tübingen:
Raymond Nixon: 17 Punkte, 7 Assists
Ajene Moye: 16 Punkte, 2 Steals
Dee Andre Hulett: 14 Punkte
Bingo Merriex: 13 Punkte, 7 Rebounds
Spieler Jena:
Ajmal Basit: 14 Punkte, 8 Rebounds, 1 Assist, 1 Block, 26:58 Minuten Spielzeit
Mark Davis: 11 Punkte, 10 Rebounds, 6 Assists, 1 Steal, 1 Block, 34:18
Alexander Seggelke: 9 Punkte, 3 Rebounds, 2 Assists, 2 Steals, 26:37
Jason Miller: 9 Punkte, 4 Rebounds, 1 Steal, 29:08
Lavelle Felton: 8 Punkte, 6 Assists, 2 Steals, 37:47
Gregor Linke: 6 Punkte, 1 Rebound, 1 Assist, 2 Blocks, 19:25
Brendan Plavich: 5 Punkte, 2 Rebounds, 2 Assists, 16:39
Mischa Zlotowski: 2 Punkte, 6:55
Ermen Reyes-Napoles: 1 Steal, 2:13 Minuten Spielzeit
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