Science-City-Jena vom 2. März 2008
Am Freitagabend fehlten nur noch weniger als drei Sekunden, um zumindest eine Verlängerung im Spiel gegen Ludwigsburg perfekt zu machen. Statt dessen pfiffen die Schiedsrichter sehr kleinlich ein Foul von Ajmal Basit beim Stand von 69:69. Die daraus resultierenden Freiwürfe verwandelten die Gäste zum glücklichen Sieg. Zuvor hatte Kapitän Alexander Seggelke die Saalestädter wieder auf 69:69 herangebracht und der mögliche Sieg lag förmlich in der Luft. Doch auch im dritten Aufeinandertreffen beider Teams in dieser Saison gelang er den Jenaern erneut nicht.

Ajmal Basit (l.) jubelt über erfolgreichen Korbwurf; r. Mark DavisDabei zeigte Science City Jena das beste Spiel seit langem. Der Wille, zu kämpfen und einen Sieg einzufahren, war von Spielbeginn an deutlich zu spüren. Die 1.600 Zuschauer in der JenArena sahen ein spannungsreiches, attraktives und temporeiches Spiel, das Jena im 2. und 3. Viertel deutlich dominierte. Aber auch schon im 1. Viertel war die athletische Veränderung im Team deutlich sichtbar. Bewegungen ohne Ball sowie viele Mannschaftsaktionen machten auch einen kurzzeitigen 5-Punkte-Rückstand wett. Obwohl es den Jenaern nicht immer gelang, die Offensivspieler aus Ludwigsburg am Korbwurf zu hindern. Teilweise kamen diese frei zu ihren Würfen und landeten so sichere Punkte. Aber man kämpfte sich immer wieder heran und konnte so das 1. Viertel mit 13:14 beenden.
Mit Beginn des 2. Viertels drehten die Hightowers auf. Gerade aus der Nah- und Mitteldistanz fanden die Würfe vermehrt ihr Ziel. Auch bei Rebounds (23 Jena – 8 Ludwigsburg) und Assists (12 – 6) war man bereits jetzt Ludwigsburg deutlich überlegen. Dagegen waren die Ballverluste, immer wieder ein Manko bei den Jenaern, wieder sehr hoch (20 insgesamt im Spiel). Doch durch gute Aktionen im Defensiv- und Offensivbereich gelang es dem Schlusslicht der BBL, kontinuierlich seine Punkte-Führung zu behaupten. Jason Miller markierte mit seinem Wurf zum 38:34 dann auch den verdienten Pausenstand.
Nach der Halbzeit setzten die Gastgeber ihr kämpferisches Spiel weiter fort. Die Zuschauer verfolgten mit Begeisterung die Spielzüge des heimischen Teams, bei dem man spürte, dass es sich noch lange nicht aufgegeben hat im Abstiegskampf. Zum Ende des 3. Viertels konnte Science City Jena einen beruhigenden Punkte-Vorsprung von 55:46 verbuchen.
Aber bereits Mitte des letzten Viertels war dieser wieder aufgebraucht. Ludwigsburg erzielte reichlich sechs Minuten vor Schluss den Ausgleich zum 60:60 und zog nun seinerseits mit einem 3-Punkte-Vorsprung in Richtung Sieg davon. Kapitän Alexander Seggelke war es, der 45 Sekunden vor Abpfiff mit drei Freiwürfen die Jenaer wieder ins Spiel brachte. Zumindest war nun eine Verlängerung in Sichtweite. Doch Lavelle Felton setzte hektisch und unnötig einen 3-Punkte-Wurf aus aussichtsloser Position an, Ajmal Basit versuchte zu rebounden und berührte dabei den gegnerischen Spieler. Zwei Sekunden waren da noch zu spielen. Der Pfiff des Schiedsrichters blieb nicht aus. Das bedeutete das fünfte Foul für Ajmal Basit und gleichzeitig zwei Freiwürfe für Ludwigsburg. Diese Chance ließen sich die Gäste nicht nehmen und verwandelten sicher zum 69:71 Endstand.
Wieder einmal entschieden die Unparteiischen im Spiel gegen Ludwigsburg zu Ungunsten von Jena. Doch des Sieges haben sich die Saalestädter im letzten Viertel selbst beraubt. Aber mit der Einstellung und dem Herzblut, mit der die Mannschaft gekämpft hat, kann vorsichtiger Optimismus aufkeimen. Zumindest steht die Erkenntnis vom Freitagabend, dass man in der 1. BBL spielerisch und konditionell wieder mithalten kann.
Trainerstimmen zum Spiel:
Silvano Poropat, Trainer EnBW Ludwigsburg: „Es war ein glücklicher Sieg für uns. Jena hat im 2. und 3. Viertel besser gespielt als wir; hat im Rebounding dominiert. Wir haben eine sehr gute Verteidigung gespielt und dadurch das Spiel offen gehalten. Der Sieg war nicht unverdient.“
Sean McCaw, Trainer Science City Jena: “Ich danke meiner Mannschaft, aber Ludwigsburg hat heute verdient gewonnen. Trotzdem darf man so ein spannendes Spiel nicht in den letzten zwei Sekunden auf diese Weise entscheiden…. Wir haben uns heute selber geschadet und zu viele Turnovers gehabt. Die Jungs haben Herz gezeigt. Das erwarte ich in jedem Spiel von ihnen.“
Statistik zum Spiel:
Spielverlauf:
1. Viertel: 13:14
2. Viertel: 25:20, Halbzeit: 38:34
3. Viertel: 17:12
4. Viertel: 14:25, Endstand: 69:71
Beste Werfer Ludwigsburg:
Ronald Ross: 21 Punkte, 4 Rebounds, 4 Assists, 3 Steals
Vincent Yarbrough: 17 Punkte, 4 Rebounds, 2 Assists
Michel Nascimento: 11 Punkte, 2 Rebounds, 1 Steal, 2 Blocks
Heiko Schaffartzik: 10 Punkte, 2 Rebounds, 3 Assists, 1 Steal
Spieler Jena:
Alexander Seggelke: 17 Punkte, 4 Rebounds, 1 Assist, 27:18 Minuten Spielzeit
Jason Miller: 14 Punkte, 5 Rebounds, 1 Assist, 2 Steals, 1 Block, 25:34
Ajmal Basit: 12 Punkte, 5 Rebounds, 27:13
Mark Davis: 10 Punkte, 12 Rebounds, 5 Assists, 1 Steal, 1 Block, 32:47
Gregor Linke: 7 Punkte, 4 Rebounds, 2 Assists, 2 Steals, 2 Blocks, 27:13
Lavelle Felton: 6 Punkte, 7 Rebounfds, 5 Assists, 1 Steal, 33:49
Brendan Plavich: 3 Punkte, 1 Assist, 2 Steals, 19:55
Ermen Reyes-Napoles: 1 Assist, 6:11

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