Science-City-Jena vom 21. April 2008
Das letzte Wochenende bescherte Science City Jena gleich zwei Heimspiele. Doch nutzen konnten die Spieler um Trainer Sean McCaw diesen Heimvorteil leider nicht. Zwei schmerzliche Niederlagen besiegelten den Abstieg aus der 1. Basketball-Bundesliga nach nur einem Jahr Zugehörigkeit. Zuerst verlor man am Freitag gegen den Play-off-Kandidaten Eisbären Bremerhaven in einem spektakulären Match und nach zweimaliger Verlängerung unglücklich mit 98:103. Im Sonntagspiel gegen die Bayer Giants Leverkusen folgte die zweite Schlappe mit 57:84.
Dramatik pur gegen die Eisbären

Sean McCaw musste als Spieler aushelfen Beim ersten Spiel am „Basketball-Wochenende“ mussten die Hausherren erneut auf einen Stammspieler verzichten. Ajmal Basit hatte Rückenprobleme und konnte nur von der Bank aus zu sehen, wie seine Teamkollegen das erste Viertel komplett verschliefen. Es lief nichts zusammen und die Nordlichter nutzten dieses zu einer schnellen 10:0-Führung. Es kam noch schlimmer. Die knapp 1.650 Zuschauer registrierten gerade mal 8 Pünktchen in den ersten zehn Minuten für die Jenaer. Ein Durchmarsch für die Gäste war sehr wahrscheinlich beim Stand von 8:26.
Doch im zweiten Viertel kamen die Saalestädter nach und nach in Schwung; knabberten vom Vorsprung der Bremerhavener Stück für Stück ab. Gerade Lavelle Felton nutzte in dieser Phase die sich bietenden Freiräume und Unkonzentriertheiten der Gäste aus. So waren es zum Halbzeitpfiff nur noch 13 Punkte, die aufzuholen waren.
Im dritten Viertel drehte der bis dahin eher wirkungslos agierende Ex-NBA-Spieler Mark Davis auf. Innerhalb von knapp fünf Minuten versenkte er hintereinander sechs Dreier mühelos und legte so fast im Alleingang den Grundstein für eine beispiellose Jenaer Aufholjagd. 19 Punkte erzielte er allein in diesem Viertel.
Nur noch 3 Punkte betrug der Vorsprung der Eisbären zu Beginn der letzten zehn Minuten, die sehr ausgeglichen für beide Teams waren. Allerdings hatte Jena mit den hohen Foulbelastungen (Linke, Seggelke – beide 5. Foul) zu kämpfen, so dass das Spielerkontingent weiter dezimiert wurde. Doch mit einer unbändigen Moral und den letzten beiden Punkten von Davis schafften die Saalestädter den hochverdienten Ausgleich zum 72:72.
Es kam zur ersten Verlängerung und mit ihr schrumpfte auch weiter die Anzahl der spielberechtigten Akteure auf Jenaer Seite. Mit dem 5. Foul von Lennartz und Davis kam dann die Zeit von Spielertrainer Sean McCaw. Und er war es auch, der mit einem unglaublichen 3-Punkt-Weitwurf von der gegnerischen Freiwurflinie das 88:88 markierte.
Die JenArena verwandelte sich nach Sekunden des Erstarrens in ein Tollhaus, denn nun mussten erneut fünf Minuten über Sieg oder Niederlage von Science City Jena entscheiden. Doch nach 50 Minuten Spielzeit waren die Gastgeber konditionell am Ende und hatten zum Schluss auch das Quäntchen Glück nicht mehr auf ihrer Seite. Mit einem 103:98-Sieg entführten die Eisbären zwei wichtige Punkte aus der Saalestadt.
Beste Werfer bei Science City Jena waren Lavelle Felton (26 Punkte, 4 Dreier, 8 Assists), Mark Davis (22 Punkte, 6 Dreier, 9 Rebounds), Jason Miller (19 Punkte, 1 Dreier, 8 Rebounds) und Brendan Plavich (13 Punkte, 3 Dreier, 5 Assists).
Die Viertel im Überblick: 8:26; 22:27 (Halbzeit: 30:43); 25:15; 17:14 (Endstand: 72:72); 16:16; 10:15 (Endstand nach 2 Verlängerungen: 98:103)
Science City Jena konnte nicht dagegen halten

Ein ganz anderes Bild zeichnete sich am späten Sonntagnachmittag ab. Der momentane Tabellenzweite, Bayer Giants Leverkusen, zeigte den Jenaer Basketballern ihre Grenzen auf. Müde noch vom Freitagspiel fanden die Schützlinge von Sean McCaw im ersten Viertel absolut kein Konzept gegen die sehr eng verteidigenden und athletisch starken Leverkusener. Erst nach zweieinhalb Minuten verwandelte Mark Davis zwei Freiwürfe zum Stand von 2:7. Am Ende dieses Viertels lag man bereits mit 13:20 Punkten wieder im Hintertreffen.
Die nächsten zehn Minuten sahen ein sehr kampfbetontes Spiel, in dem den Jenaern mehr gelang (Trefferquote von 51 Prozent – Leverkusen von 39 Prozent) als den Gästen. Fünf Spieler punkteten erfolgreich; ließen den Vorsprung von Leverkusen bis auf zwei Punkte zusammen schmelzen. Mit der Schlusssirene markierte Lavelle Felton dann den 34:38-Pausenstand.
Danach waren die Kraftreserven der Saalestädter aufgebraucht. Die Leverkusener spielten einen sehr schnellen Basketball; erspielten sich Freiräume für sichere Würfe. Jena dagegen brauchte über drei Minuten, um die ersten zwei Punkte in diesem Viertel zu werfen. Viel mehr als sieben wurden es am Ende dann auch nicht.
Das letzte Viertel eröffneten die Gäste mit zehn geworfenen Punkten infolge, ehe Jena seinerseits hintereinander erfolgreich warf. Doch der Abstand war nicht mehr zu verkürzen. Im Gegenteil: oftmals wurde viel zu hektisch agiert und sichere Ausgangspositionen nicht genutzt. So baute der Rekordmeister seinen Vorsprung bis auf 30 Punkte aus. Den letzten Dreier zum 57:84-Endstand warf Brendan Plavich.
Mit dieser Niederlage gegen Leverkusen ist der endgültige Abstieg aus dem Basketball- Bundesliga-Oberhaus für Science City Jena besiegelt. Bleibt nur die Hoffnung, dass die Zuschauer in den verbleibenden drei Partien – auswärts gegen Bamberg, Oldenburg und der Saisonabschluss zu Hause gegen Paderborn – schöne Basketballspiele zu sehen bekommen.
Beste Werfer bei Science City Jena waren am Sonntagabend Jason Miller (23 Punkte, 6 Rebounds), Mark Davis (14 Punkte, 2 Dreier) und Brendan Plavich (8 Punkte, ,2 Dreier, 4 Rebounds).
Die Viertel im Überblick: 13:20; 21:18 (Halbzeit: 34:38); 7:18; 16:28 (Endstand: 57:84)
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