Wo: FC Carl Zeiss Jena - Wann: 25. April 2008
Im Abstiegskampf kann der FC Carl Zeiss Jena neue Hoffnung schöpfen. Nachdem einige der zurückliegenden Spiele durchaus Mut machten, hat sich der Abstand des FCC auf einen Nicht-Abstiegs-Platz über Nacht auf nur noch 6 Punkte verkürzt. Zu verdanken ist dies jedoch keiner besonderen spielerischen Leistung der Mannschaft, sondern einer Strafmaßnahme der DFL. Demzufolge werden der TuS Koblenz acht Punkte zu Saisonende abgezogen.

Henning Bürger, Andreas Trautmann, Carsten Linke Hilfe von oben, nennt man solche Geschenke wohl. Oder noch besser ein Geschenk des Himmels. Denn der Grund für die Rückkehr der Koblenzer in den Abstiegskampf ist deren schlechtem Management zu verdanken. Man hatte einfach vergessen, die Deutsche Fußballiga über „wirtschaftlich relevante Verträge im Bereich des Spielbetriebs“ zu informieren. Solche Verfehlungen und darauf folgende Strafen verhelfen nicht aller Tage der gesamten Abstiegszone zu neuer Zuversicht.
Entsprechend verhalten äußerte sich auch die Vereinsleitung des FCC. „Sportlich ist die Situation etwas besser geworden.“ stapelte Sportdirektor Carsten Linke doch recht tief. Immerhin wittern nun auch die direkten Konkurrenten Aue, Kaiserslautern und Paderborn Morgenluft. Letztere zeigten auch gleich, wie sehr das beflügelt: Ausgerechnet gegen Koblenz errangen sie am Freitag einen Sieg. Einerseits ist dieses Ergebnis natürlich gut für den FC Carl Zeiss Jena. Bleibt der Abstand doch auch nach den ersten Spielen des 30. Spieltages stabil und könnte bei einem Jenaer Sieg auf nur noch 3 Punkte verkürzt werden. Andererseits wähnt sich nun zumindest der FCK, der seinerseits gegen Aachen siegte, auf dem Weg zum Klassenerhalt.
Sportlich haben diese Planspiele jedoch – wenn überhaupt – nur motivierenden Charakter; vielleicht besinnen sich die Spieler nach dem schmachvollen Unentschieden gegen Gladbach ihrer Stärken. Im letzten Heimspiel konnte der FCC den Tabellenführer zumindest die ersten 45 Minuten klar kontrollieren. Trotz der etwas höheren Spielklasse des Gegners gelang den Jenaern durch Kampfbereitschaft und frühem Pressing ein 2:0 zur Pause. Zurück aus der Kabine, schlichen sich aber wieder die alten Fehler ein: Fahrlässiges Abwehrverhalten, lasche Torschüsse und Zerfahrenheit vor dem Tor. Anstatt die Gladbacher weiter in die eigene Hälfte zu drücken, ließ man schnelle Spielzüge über sich ergehen und schob im Sturm den Ball lieber zweimal zum Mit- oder Gegenspieler, anstatt auf den Kasten zu kicken.
Gegen Hoffenheim sollte der FC Carl Zeiss Jena aus 45 Minuten 90 machen. Denn wie Trainer Henning Bürger zu bedenken gab, wird die Jenaer „eine hochkonzentrierte Mannschaft“ erwarten und keineswegs „ein wütender Gegner“, der einfach drauf los stürmt. Deshalb stand beim Training auch das ganz „normale Tagesgeschäft“ an – also doppelte Einheiten mit hartem Einsatz.
Wie wichtig Konzentration auf das Wesentliche und Kampf bis zum Ende sind, zeigte die verlorene Partie gegen Freiburg. Der FCC war damals nicht in der Lage, die Abstinenz Simaks auszugleichen. Unglücklicherweise könnte der Spielmacher verletzungsbedingt auch gegen Hoffenheim fehlen. Im Sturm kann zudem Nationalspieler Nils Petersen nicht für Torgefährlichkeit sorgen. Eine Knieverletzung aus dem Länderspiel bannt ihn vom Platz.
Ob die erwarteten 1000 Jenaer Fans ihrer Mannschaft als Stütze dienen können, wird sich zeigen. Pressesprecher Andreas Trautmann rechnet jedenfalls im nur 6300 Zuschauer fassenden Stadion „mit Heimspielatmosphäre“. Das Spiel gegen Gladbach zeigte jedoch, daß selbst 13.000 Fans den Halbzeitknick – das „Jenaer Virus“ (Henning Bürger) – nicht hinwegfegen können.
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Jap, Zahlenverdreher. Wird auch gleich nachgebessert. Danke für den Hinweis!
Ja, das neue 30.000 Mann – Stadion ist im Bau und erst Ende 2008 fertig.
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