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Sport

Aufbauarbeit beim FC Carl Zeiss Jena

FC Carl Zeiss Jena vom 30. Mai 2008

Ein neuer Hauptsponsor prangt künftig auf den Brüsten der FCC-Spieler. Mit der deutschen Massivhaus wird im kommenden Jahr ein Geraer Unternehmen das seine tun, den Thüringer Fußball im Profibereich zu halten. Kein leichtes Unterfangen. Nach 13 Spieler-Abgängen herrschen Verhältnisse wie im Vorjahr – und ein neuerlicher Abstieg in die neue Regionalliga wäre ein echter Absturz.

Viele positive Nachrichten gab es aus Richtung FC Carl Zeiss Jena die vergangenen Wochen nicht zu berichten. Dem geradezu desasterös anmutenden Endspurt im Abstiegskampf mit haushohen Niederlagen gegen direkte Konkurrenten folgte die obligatorische Demontage auf vereinsebene. Plötzlich wurde zuvor tunlichst Verschwiegenes ans Tageslicht gebracht und damit Zoff auf höchster Ebene ausgelöst. Die Schlammschlacht endete mit den Rücktritten von Geschäftführer und Präsident sowie einer Wutrede Henning Bürgers nebst erzürntem Verlassen der Pressekonferenz. Die Nerven liegen blank – bis heute.
Ruhe ist jedenfalls bis jetzt nicht wirklich eingekehrt. Nach der zentralen Figur Jan Simak, der in die 1. Bundesliga zum VfB Stuttgart wechselte, verlassen auch andere Leistungsträger wie Sandor Thorgelle und – besonders schmerzlich – Torwart Vasili Khamutouski den FCC. Die Liste der Abgänge ist jedenfalls lang. Namen wie Tobias Werner oder Alexander Maul standen in der vergangenen Saison zwar nicht für durchweg stabile, aber doch vereinzelte Topleistungen. Hinzu kommt, daß selbst ein so loyaler Jenaer wie Nils Petersen seiner fußballerischen Heimat den Rücken kehren möchte und jüngst in einem OTZ-Interview offene Kritik am Verein vortrug.
Zwar konnten im Gegenzug Spieler mit Zeitligalizenz gewonnen werden. Ob diese jedoch den neuerlichen Aderlaß ausgleichen können, bleibt abzuwarten. Die personelle Situation erinnert jedenfalls sehr stark an Zustände von vor einem Jahr. Wie die darauf folgende Spielzeit ablief, ist allgemein bekannt.


Medienandrang bei der Vertragsunterzeichnung
Wie so häufig steckt jedoch auch in negativen Entwicklungen etwas Gutes. Wohl mit dem Abgang Rainer Zipfels hat sich die Deutsche Massivhaus GmbH nun doch für den FC Carl Zeiss Jena entschieden. „Wir hatten bis vor kurzem nicht das Gefühl, einen Ansprechpartner zu haben.“ begründete Geschäftsführer Sascha Rudolph die Verzögerung. Der zukünftige Trikot-Sponsor mit dem Rot-Weißen Logo wird in der kommenden Saison 300.000 Euro an die Saale überweisen. Eine Zahl, die auf der entsprechenden Pressekonferenz im Übrigen nicht kommuniziert wurde. Lediglich Tino Zippel, Redakteur bei der OTZ, konnte von einem namentlich nicht genannten Informanten das wichtige Detail in Erfahrung bringen.
Nach dem Trubel der letzten Wochen scheint man sich beim FC Carl Zeiss Jena auf eine etwas ruhigere Gangart eingeschworen zu haben. Trotz des vergleichsweise großen Medieninteresses hielten sich die Hintergrundinformationen zum Sponsoring stark in Grenzen. Lediglich über die Hintertür sickerte durch, daß der Vertrag zunächst für nur ein Jahr gilt und lediglich eine Option auf ein weiteres enthält. Ein Umstand, der nur geringe Planungssicherheit seitens des FCC birgt. Allerdings versicherte Rudolph, man werde auch jenseits der zugesagten Gelder Unterstützung bieten. Wie diese aussehen könnte, läßt der angebotene – in diesem Fall freilich erfolglose – Hausbau für Ex-Torwart Khamutouski erkennen.

Klassenerhalt jedenfalls dürfte ein Alles-oder-Nichts-Ziel sein. Mit dem Abstieg in die neue dreigleisige Regionalliga käme der sichere finanzielle Absturz ins Bodenlose. Eine Angst, die bisherige Drittklasse-Vereine diese Saison bereits umtrieb. Dem FC Carl Zeiss Jena bleibt nun ein weiteres Jahr, sich im Profi-Fußball zu etablieren.

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Beitrag: Kristina Jessen

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