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Deja vu beim FC Carl Zeiss Jena

FC Carl Zeiss Jena vom 29. Juli 2008

Mit 2:2 ist der FC Carl Zeiss Jena in die 3. Bundesliga gestartet. Ein gutes Ergebnis, möchte man meinen. Sind andere „favorisierte“ Vereine doch viel schlechter in die neue Saison gestartet. Doch so einfach ist das eben manchmal nicht – besonders, wenn Spielverlauf und Ergebnis so verblüffend an jene aus der verlorenen 2. Liga erinnern.

Die Hoffnungen auf einen Neuanfang in Liga Drei waren groß. Befreit von Altlasten gescheiterter Trainer, unsteter Spielerleistungen und intrigantem Hick-Hack im Verein sollte die neu geschaffene Fußballbundesliga zum Neuanfang des FCC werden. Endlich wähnten sich nicht nur die Fans in einem dem Ruf des Jenaer Traditionsvereins entsprechenden Wettbewerb: Zwar den mangelhaft gefüllten Vereinskassen angepaßt, dennoch national positioniert.
Zuvor war der FC Carl Zeiss Jena ein bißchen an seiner eigenen Stärke gescheitert. Während man im DFB-Pokal gegen Erstligisten glänzte, genügte es im Ligabetrieb häufig nicht einmal gegen Mitbewerber um den Abstieg. Allenfalls gegen die großen Namen der 2. Bundesliga gelang es, streckenweise zu glänzen. Doch trotz häufiger Führung zur Halbzeit, ließen die FCC-Spieler sich fast schon regelmäßig die Butter wieder vom Brot nehmen. Am Ende stand es dann günstigstenfalls Unentschieden.

Gegen Regensburg führte Jena vergangenen Samstag diese seltsam anmutende Serie auch in der 3. Liga fort. Schon der Spielverlauf spaltete die Geister. Live kommentierten Radioreporter eher verhalten und gestanden den Regensburgern die Rolle des Besseren zu. Gleichzeitig sahen die über 1000 mitgereisten Jenaer Fans einen durchaus spielstarken FCC. Diese Sichtweise vertrat dann auch die Nachberichterstattung des MDR, die Jena als „dominierende, reifere Mannschaft“ betitelte.
Die Wahrheit dürfte letztendlich irgendwo dazwischen liegen. Daß der FC Carl Zeiss Jena zeitweise seinem Prestige gerecht wurde, steht außer Frage. Nicht umsonst gelang es Salvatore Amirante und Niels Hansen gerade in Phasen Regensburger Anstürmens jeweils ein Tor zu schießen. Gleichzeitig vergingen sich aber Hervé Bochud und André Schmidt nicht nur am Gegner, sondern auch an den Siegchancen ihrer Mannschaft. Ersterer mußte noch vor der Pause das Spielfeld verlassen, letzterer kurz vor Ende der Partie.
Natürlich verhinderten beide mit ihrem Verhalten nicht allein den Sieg. Doch stehen sie stellvertretend für das Leistungsbild des FC Carl Zeiss Jena an diesem ersten Spieltag: Unerklärliche Aussetzer kosteten Jena einen perfekten Drittliga-Einstand.


Viel Trainingarbeit von Nöten.
Ein Spiel zum Haare raufen, ohne Frage. Doch gleichzeitig auch Anlaß zu berechtigter Hoffnung. Denn die gezeigten Fehler waren überdeutlich und sind deshalb abstellbar. Henning Bürger hat jedenfalls keinen Grund, sich über mangelnde Einsichten zu beschweren.
Am nächsten Samstag haben die FCC-Mannen die beste Gelegenheit, das chaotische Regensburg-Spiel wieder Wett zu machen. Dann kommt ausgerechnet Erzgebirge Aue ins Ernst-Abbe-Sportfeld. Gegen die Sachsen muß natürlich ein Sieg her – sonst hält bei einigen Fans bereits am zweiten Spieltag Endzeitstimmung Einzug.

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