Jenaer Nachrichten-Archiv

Startseite | Impressum
Seit 2006
Das älteste Web-Archiv für Nachrichten aus Jena
Startseite -> Tier & Umwelt         RSS | Atom

Tier & Umwelt

Die erste Woche im Tierheim

Tierschutz vom 12. November 2007

Vergangene Woche berichtete Jenakompakt über Ben und Lissy – zwei Amerikanische Cocker Spaniel – und ihren Weg ins Tierheim Jena. Fußend auf dem regen Interesse am Schicksal der beiden, werden wir sie bis zu einer Vermittlung begleiten. Sie – die Leser von Jenakompakt – werden exklusiv an diesem Lebensabschnitt der Tierheimhunde teilhaben und einen Einblick ins Tierheimleben erhalten.

Am 2.November kamen die beiden Hunde – aus schlechter Haltung befreit – ins Tierheim. Wer die Rasse kennt, weiß, daß regelmäßige Fellpflege ein Muß für den Besitzer ist. Die Vorbesitzer haben dies nicht beachtet. Während Lissy zumindest etwas Fellpflege genossen zu haben scheint, war Ben in wirklich schlechtem Zustand. Zwar schien sein Rücken ab und an gebürstet worden zu sein, doch Beine, Ohren und der Bauch des Rüden waren von dutzenden Filzplatten bedeckt. Diese entstehen, wenn das Fell zunehmend verfitzt und sich mit Dreck und Fremdkörpern (Kletten, Ästen) verbindet. Daß diese Gebilde beim Laufen und Liegen unangenehm, teilweise sogar schmerzhaft sind, ist nachvollziehbar.

Ben (l.) und Lissy (r.) mit frisierten Köpfen

Bereits am 5.November meldete sich eine Cockerfreundin aus Jena im Tierheim und erklärte sich bereit, die beiden von ihren Fell-Lasten zu befreien.
Da sich die Filzplatten bereits direkt an der Haut befanden, konnte nur mit äußerster Vorsicht der kleine Spalt zwischen Haut und Platte gefunden werden. Mit Ruhe und Geduld ließen die beiden Hunde die Prozedur über sich ergehen, schienen sogar dankbar. Um sie nicht zu überfordern, wurde nach Ohren, Kopf und Hals der Friseurtermin für diesen Tag beendet. Das Ergebnis war, daß die hübschen Gesichter nun zu erkennen waren.
Nach einem ausgedehnten Spaziergang und einer erholsamen Nacht, sollte am darauffolgenden Tag der nächste Schritt folgen.
Noch am gleichen Tag bot eine weitere Tierfreundin ihre Hilfe an. Sabine Streng aus Erfurt las vom Schicksal der beiden im Internet. Sie befindet sich momentan in der Ausbildung zur Hundefriseurin und hat eine ausgeprägte Liebe zum Cocker Spaniel. Auch sie hat zwei Exemplare. Ihren ersten Cocker erwarb sie beim Züchter, den zweiten rettete sie vor dem Tierheim. Seitdem liegen ihr „Secondhand-Cocker“ besonders am Herzen. Das Hilfsangebot, Ben und Lissy zu frisieren, soll Frau Strengs Beitrag zu einer schnellen Vermittlung sein, welches das Tierheim Jena dankend annahm.

Lissy (l.) und Ben (r.) – kaum wieder zu erkennen

Nach dem schweißtreibenden Einsatz von Frau Streng, ist Lissy´s Frisur nunmehr fast perfekt. Lediglich bei Ben stehen noch die Außenseiten der Beine aus. Seine Verfilzungen waren derart massiv, daß nur langsam und mit vielen Pausen gearbeitet werden konnte.
In Rücksicht auf ihn, wurde auch dieser zweite Friseurtermin beendet. Doch für Frau Streng war der Fall „Ben und Lissy“ damit nicht beendet. Sie fragte ihre Ausbilderin, Frau Anke Schäfer aus Stadtroda, um Hilfe. Diese sagte ohne Zögern zu und bereits am Mittwoch, den 14.November, werden die beiden Cocker von Tierheimmitarbeitern in den Hundesalon von Frau Schäfer gebracht. Dort werden sie gebadet und erhalten den letzten „Feinschliff“.

Der Fall „Ben und Lissy“ zeigt, daß auf ehrenamtliche Hilfe, scheint sie auch noch so klein, nicht verzichtet werden kann. Jeder Tierfreund kann nach seinen Fähigkeiten helfen.

So sind auch Spaziergänger eine große Hilfe, denn regelmäßige Bewegung hilft den Hunden zu artgerechter Haltung trotz Tierheimaufenthalt. Jeder Hund bekommt täglichen einen, meist sogar zwei Spaziergänge.
Der Alltag vieler anderer Tierheime bietet den „hundischen“ Bewohnern weitaus weniger Abwechslung. Aus Mangel an Personal bleibt ein Großteil der Tiere ausschließlich auf dem Tierheimgelände. Was diese Monotonie und Reizarmut für Hunde bedeutet, vermag der Hundefreund nachzuvollziehen.


Ein Spazierbesuch im Tierheim Jena lohnt sich.
Die Hunde freuen sich über Aufmerksamkeit
und zeigen ihren Dank dem Besucher
deutlich, wenn man es zuläßt.

Auch im Tierheim Jena gibt es selten ausreichend Personal, deshalb hofft man auf viele ehrenamtliche Spaziergänger, die den Hunden ein Stück ihrer wertvollen Zeit schenken. Jeden Tag können Helfer um 8.00 Uhr, 11.00 Uhr und 17.00 Uhr zum Spazierengehen vorbei kommen. Birgit Sachse, erste Vorsitzende des Tierheimvereins, berichtet, daß zum 17.00 Uhr-Turnus stets viele Tierfreunde erscheinen. Vielfach bleibt kein Hund übrig und überzählige Spaziergänger müssen enttäuscht den Heimweg antreten. So positiv diese Bilanz auch ist, sollte nicht unerwähnt bleiben, daß vormittags kaum Menschen ins Tierheim kommen. An Wochentagen läßt sich schnell eine Erklärung für dieses Phänomen finden. Doch das Tierheim lädt auch am Wochenende herzlich zu Spaziergängen – bevorzugt am Vormittag – ein.

Informationen zu Ben und Lissy (Fotos, Videos) in Zusammenarbeit mit:

unter:
http://www.cocker-hilfe.de/notfall/index.php?nr=1481

Interessenten melden sich bitte im Tierheim Jena:

Tierheim Jena
07745 Jena–Göschwitz
Telefon: 03641-21 09 22
Telefax: 03641-21 09 22
E-Mail: kontakt@tierheim-jena.de
Homepage: http://www.tierheim-jena.de/

Diesen Artikel: Ergänzen (2 vorhanden) | Bookmark | Weiterempfehlen



Tierschutz auf Jenakompakt

Perserkatze in Lobeda-Ost herrenlos aufgefunden

Jenaer können stolz auf ihr Tierheim sein – zwei Cocker gerettet

Hunde ausgesetzt - Tierheim bittet um Mithilfe

Todesfalle für Haustiere

» Handy Tarife im Prepaid Vergleich.




Hundefreundin

01.02.2008 10:19 | Direktlink

die sind ja goldisch die 2 :) ich wünsch den beiden viel glück und hoffe das sie bald wieder einen neuen besitzer haben =)

christine



TC Stahl

02.02.2008 22:57 | Direktlink

Beide Cocker sind wohlauf und haben jeweils neue Besitzer gefunden. Eine geschichte mit gutem Ausgang also :-)


Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.

Nachrichten-Journal -> Tier & Umwelt         RSS | Atom