Wo: BVMW - Wann: 22. April 2007
Wer Präzision anbietet und mit ihr wirbt, muss diese auch messen und dokumentieren. Wie hoch präzise Teile mit einfachen aber auch komplexen Formen mithilfe berührungsloser optischer Messverfahren ebenso hoch präzise geprüft und vermessen werden können, war Thema des kürzlich veranstalteten turnusmäßigen Arbeitstreffens der BVMW-Fachgruppe Präzision aus Jena im Jenaer Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF). In der Kurzvorstellungsrunde, zu der Kreisgeschäftsführer Dietmar Winter einlud und die inzwischen in keiner Agenda von BVMW-Veranstaltungen mehr fehlt, wurde schnell deutlich, dass die 23 Mitglieder und Gäste aus Jena, Eisfeld, Apolda und Hermsdorf mit konkreten Fragen und Erwartungen in das gastgebende IOF gekommen waren. So stehen bei einigen Investitionsentscheidungen in neue Messverfahren und systeme an, andere wollten sich über die Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Optik informieren. Das IOF bewältigt nach Angaben von Dr. Gunther Notni mit 110 Mitarbeitern ein Vertragsforschungsvolumen von 12 Millionen Euro und realisiert über die Hälfte davon mit Industrieunternehmen. Wie der Arbeitsgebietsleiter für Optische Systeme und Messtechnik weiter vorstellte, liegt der Schwerpunkt der Arbeit des IOF auf der Entwicklung optischer Systemtechnik mit dem Ziel der immer besseren Beherrschung des Lichts, wobei die komplette Entwicklungskette vom Design und Herstellungsverfahren für neue optische Komponenten über deren Integration in optische Systeme bis hin zum anwendbaren Produkt wie zum Beispiel der kolibri-Messsystem-Reihe reicht. Dr. Peter Kühmstedt, Gruppenleiter optische Systeme für 3D-Vermessung präsentierte in angenehm verständlicher Form den wissenschaftlichen Hintergrund und mit der Qualitätssicherung wie dem Rapid Prototyping auch praktische Einsatzmöglichkeiten für die Rundumvermessung geometrisch komplexer Objekte. Messobjekte von 1 Zentimeter bis 2,5 Meter ließen sich nach seiner Aussage mit einer Genauigkeit von 1 bis 100 µ-Meter erfassen und überprüfen. Dies können Glasreflektoren, Erodierelektroden oder auch Sandformen im Motorenbau und Gebissabdrücke sein, benennt er mit der Medizin und Dentaltechnik und dem Fahrzeugbau Branchen, die IOF-Systeme bereits einsetzen. Dies und weitere praktische Demonstrationen, wie die Vermessung des Kopfes eines Teilnehmers in kürzester Zeit, illustrierten und vertieften die aktuellen und Zukunftschancen für die Nutzung von Licht nach Maß. Auch die zahlreichen, lange und intensiv geführten Einzelgespräche nach Abschluss des offiziellen Teils zeigten, dass der BVMW seinem Netzwerkgedanken auch mit diesem Arbeitsgruppentreffen wieder einmal voll gerecht werden konnte. Text/Fotos: Karsten Seifert ([url=http://www.wirtschaftsverlag-online.de]wirtschaftsverlag-online.de[/url])
Vermessung des eigenen Kopfes
mit anschließender 3D-Darstellung
am PC
Demonstration am PC
Rundgang durchs IFO

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