Wo: Jenoptik - Wann: 29. Januar 2007
Der Jenoptik-Konzern hat 2006 als eines seiner ereignisreichsten Geschäftsjahre abgeschlossen. Die vorläufigen Zahlen 2006 für die fortgeführten Geschäftsbereiche bestätigen die Strategie, sich ganz auf das wachstumsstarke Geschäft in den Sparten Laser & Optik, Sensorik und Mechatronik zu konzentrieren. Zwar wird das detaillierte Zahlenwerk für 2006, das der Konzern am 29. März 2007 in Jena vorlegen wird, noch den aufgegebenen Geschäftsbereich Clean Systems bis zum Verkauf am 16. Mai 2006 enthalten. Bei allen folgenden Angaben zum abgelaufenen Geschäftsjahr konzentriert sich Jenoptik jedoch auf die fortgeführten Geschäftsbereiche, die heute in den Sparten Laser & Optik, Sensorik, Mechatronik und Sonstige (Holding und Immobilien) geführt werden. Umsatz und Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche stiegen 2006 prozentual zweistellig. Den vorläufigen Berechnungen zufolge wird der Umsatz zwischen 480 und 490 Mio Euro liegen (2005: 410,1 Mio Euro) und damit das Vorjahresniveau um 15 bis 20 Prozent übersteigen. Er übertrifft damit die im November angehobene Prognose nochmals deutlich. Das Mehrgeschäft resultierte aus der sehr guten Entwicklung der drei operativen Sparten, die von der positiven konjunkturellen Entwicklung profitierten, sowie aus Erstkonsolidierungen von Akquisitionen und kleineren F+E-Projektgesellschaften. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche insgesamt (inklusive Holding und Immobilien) stieg nach vorläufigen Berechnungen um 45 bis 50 Prozent auf 36 bis 39 Mio Euro (2005: 25,1 Mio Euro). Bezogen auf das operative Geschäft (ehemaliger Unternehmensbereich Photonics ohne Holding und Immobilien) wird der Umsatz voraussichtlich zwischen 470 und 480 Mio Euro liegen (2005: 401,3 Mio Euro). Besonders groß war der Umsatzsprung bei der Laser & Optik-Sparte, die 2006 mit einem Umsatzzuwachs von 45 bis 50 Mio Euro auf voraussichtlich 195 bis 200 Mio Euro (2005: 149,7 Mio Euro) abschließt. Damit wurde die ursprüngliche Prognose von 160 bis 170 Mio Euro deutlich übertroffen. Im November 2006 wurde deshalb die Prognose bereits auf 185 bis 195 Mio Euro angehoben. Einen wesentlichen Beitrag leisteten die Bereiche Hochleistungsdiodenlaser sowie die Hochleistungs- und Mikrooptiken, die sich vor allem an Halbleiterausrüster richten. Umsatzschub kam auch aus der Erstkonsolidierung der kleineren Akquisitionen und F+E-Projektgesellschaften. Die Sensorik-Sparte wird einen Umsatz von voraussichtlich mehr als 150 Mio Euro erzielen (2005: 136,1 Mio Euro) und damit die Prognose von 147 bis 157 Mio Euro erreichen, die ebenfalls im November 2006 von zuvor 140 bis 150 Mio Euro angehoben worden war. Beigetragen hat hier vor allem der Erwerb des französischen Messtechnik-Spezialisten ETAMIC S. A. im Herbst 2006. Zum 1. Oktober 2006 erstkonsolidiert, steuerte Etamic in 2006 knapp 8 Mio Euro Umsatz bei. Die Mechatronik-Sparte erzielte den vorläufigen Berechnungen zufolge einen Umsatz von 125 bis 130 Mio Euro (2005: 117, 2 Mio Euro) und erreichte damit die Zielspanne von 120 bis 130 Mio Euro. Der Umsatzbeitrag der sonstigen Bereiche (Immobilien und Holding) wird 2006 voraussichtlich etwa 10 Mio Euro betragen. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit des operativen Geschäftes (ehemaliger Unternehmens-bereich Photonics ohne Holding und Immobilien) wird voraussichtlich zwischen 42 und 44 Mio Euro (2005: 39,1 Mio Euro) liegen und damit – wie angekündigt – im oberen Bereich der prognostizierten Spanne von 38 bis 44 Mio Euro. Der Ergebniszuwachs blieb etwas hinter dem starken Umsatzwachstum zurück. Dies lag an der genannten Erstkonsolidierung von Etamic und weiteren Akquisitionen sowie am Anlauf von F+E-Projektgesellschaften ohne oder mit noch negativem Ergebnisbeitrag. In der Sensorik-Sparte hat Jenoptik 2006 zudem den Ausbau des Nordamerikageschäftes in Vorbereitung für einen Großauftrag massiv vorangetrieben. Dieser inzwischen erteilte Großauftrag aus Kanada für Verkehrssicherheitstechnik von deutlich mehr als 10 Mio Euro wird erst in den Folgejahren umsatz- und ergebniswirksam. Für das Ergebnis nach Steuern des Jenoptik-Konzerns für das Jahr 2006 bestätigt der Jenoptik-Konzern die Prognose von 10 bis 15 Mio Euro und damit ein Mehrfaches des Vorjahreswertes von 4,0 Mio Euro. Präzisere Aussagen zum Ergebnis nach Steuern sind zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund der noch nicht erfolgten Berechnung der latenten Steuern nicht möglich. Auftragseingang des Konzerns profitiert von guter Konjunktur und neuen Produkten Der Auftragseingang des Jenoptik-Konzerns erreichte nach vorläufigen Berechnungen rund 480 Mio Euro (2005: 449,5 Mio Euro), etwa 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die hohen Auftragseingänge der Laser & Optik-Sparte, die um rund 40 Prozent auf über 200 Mio Euro zulegten, konnten einen Großauftrag der Mechatronik-Sparte vom Vorjahr über rund 50 Mio Euro kompensieren. Zum hohen Auftragseingang haben eine Reihe neuer Produkte beigetragen. So verschaffte beispielsweise die in Jena entwickelte Digitalkamera für die Verkehrssicherheitstechnik einen deutlichen Vorsprung gegenüber konkurrierenden Anbietern. Im Bereich der Optiken und opto-elektronischen Systeme aus Kunststoff wurde parallel zum Umzug in ein neues Firmengebäude der Umstieg auf die neue Produktgeneration unserer Kunden erfolgreich vollzogen. Im Auftragsbestand des Konzerns in Höhe von voraussichtlich 440 bis 450 Mio Euro (2005: 438,7 Mio Euro) spiegelt sich der starke Auftragseingang wider. Der Auftragsbestand wird damit – trotz des hohen Zuwachses beim Umsatzvolumen leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Etwa die Hälfte des Auftragsbestandes wird zum Umsatz des laufenden Geschäftsjahres 2007 beitragen. Die Mitarbeiterzahl hat sich zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres deutlich auf über 3.200 Mitarbeiter erhöht (per 31.12.2005: 2.835 Mitarbeiter). Neben Neueinstellungen hat dazu auch der Erwerb der ETAMIC S.A. in der Sensorik-Sparte wesentlich beigetragen. Hier begrüßte Jenoptik 260 neue Mitarbeiter, die Mehrzahl von ihnen in Frankreich, der Schweiz und den USA. Bilanz und Finanzkennzahlen sind vom Verkauf M+W Zander geprägt Die Bilanzsumme hatte sich im Zuge des Verkaufs von M+W Zander bereits zum Halbjahr 2006 erheblich reduziert. Damit und im Zuge des weiteren Schuldenabbaus erhöhte sich auch die Eigenkapitalquote deutlich von 20,8 Prozent Ende 2005 auf zuletzt 34,0 Prozent per 30. September 2006. Auch die Nettoverschuldung wurde von 375,5 Mio Euro Ende 2005 auf 211,1 Mio Euro per 30. September 2006 wie angekündigt deutlich reduziert. Konkretere Aussagen für Ende 2006 sind zum momentanen Zeitpunkt nicht möglich. Der Vorstand der JENOPTIK AG geht jedoch davon aus, dass sich Eigenkapitalquote und Nettoverschuldung im Rahmen der Zahlen zum 3. Quartal 2006 bewegen werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006 hat Jenoptik alle wichtigen Ziele erreichen können. Neben dem erfolgreichen Verkauf von M+W Zander und damit des gesamten Unternehmensbereiches Clean Systems wurde der Rechtsstreit mit einem DEWB-Aktionär zu Gunsten von Jenoptik entschieden. Von nicht-strategischen Beteiligungen hat sich der Konzern weiter getrennt, so auch von weiteren Anteilen an der Beteiligungsgesellschaft DEWB AG. Die Veräußerung einer Immobilie im Zentrum Jenas führte zur weiteren Reduzierung der Schulden aus dem Finanzierungsleasing. Ausblick: Profitables Wachstum und “Feinschliff” für den Konzern Der Jenoptik-Konzern will mit durchschnittlich rund 10 Prozent pro Jahr wachsen – inklusive kleinerer Akquisitionen, mit denen Jenoptik permanent bei passenden Gelegenheiten das Technologieportfolio und die Vertriebsstrukturen ergänzt. “Mit einem Umsatzplus von 15 bis 20 Prozent im Jahr 2006 lagen wir über unseren Erwartungen. Für unsere Ziele 2007 müssen wir natürlich das hohe Niveau beachten, von dem aus wir nun starten”, so der Jenoptik-Chef. Im laufenden Geschäftsjahr 2007 soll der Konzernumsatz die 500-Millionen-Euro-Marke deutlich übersteigen. Für das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit strebt Jenoptik rund 8 Prozent vom Umsatz an (inklusive der Sonstigen, das heißt Holding und Immobilien). Damit stellt Jenoptik ihren Ausblick auf den neuen, fokussierten Ges
amtkonzern um. Beim operativen Geschäft wird sich Jenoptik in den kommenden Jahren auf eine Steigerung der Profitabilität und des operativen Cashflows konzentrieren. Die Profitabilität soll sich vor allem im Zuge einer stärkeren Vernetzung des Geschäftes entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhöhen. “Mit dem Wachstum, das wir 2006 erreicht haben und das wir uns für die Zukunft vorgenommen haben, muss die Organisation natürlich mitgehen”, so von Witzleben. In der Sensorik-Sparte wird 2007 zum Beispiel die Zusammenführung der Hommelwerke und der ETAMIC S. A. ein Schwerpunkt der Aktivitäten sein. Neben Optimierungen des operativen Geschäftes will sich Jenoptik 2007 von weiteren nicht strategischen Beteiligungen und nicht betriebsnotwendigen Immobilien trennen. Die daraus zufließenden Mittel sollen für den weiteren Abbau der Verschuldung eingesetzt werden. Mit der geplanten Rückzahlung der Anleihe im Herbst 2007 wird sich die Finanzierungsstruktur des Konzerns erheblich ändern. Die Bilanz wird sich verkürzen. Die frühzeitige Rückzahlung wird 2007 jedoch das Finanzergebnis des Konzerns in 2007 letztmalig belasten, mit dann in Folge daraus sehr deutlicher Entlastung des Finanzergebnisses in Zukunft. Die Eigenkapitalquote hingegen wird im Zuge der Bilanzverkürzung in Richtung von rund 40 Prozent steigen. Langfristig strebt der Jenoptik-Konzern einen Umsatz von 1 Mrd Euro an. Ziel ist es, das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit auf 9 bis 10 Prozent vom Umsatz zu steigern. “Im Mittelpunkt unserer Aktivitäten steht profitables Wachstum, nicht jedoch Wachstum um jeden Preis. Wir haben 2006 den Konzern grob geformt und dabei alle unsere Vorhaben erreicht. Nun geht es darum, dem Unternehmen den notwendigen Feinschliff zu geben”, so von Witzleben. (jenakompakt.de) Foto: Jens Mende
Alexander von Witzleben,
Vorstandsvorsitzender Jenoptik AG

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