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145 Jahre Gasversorgung in Jena

Stadtwerke vom 17. Oktober 2007

An diesem Donnerstag kann Jena auf 145 Jahre Gasversorgung zurückblicken. Am 18. Oktober 1882 ging das erste Jenaer Gaswerk am nördlichen Ausgang der Zwätzengasse in Betrieb, um Gas ins damals rund sechs Kilometer lange Rohrnetz einzuspeisen.

Gaslaterne in der Wagnergasse
Die Jahresabnahme lag bei etwa 60.000 Kubikmetern. Zum Vergleich: Heute verbrauchen die über 19.000 Jenaer Erdgas-Kunden rund 40 Millionen Kubikmeter im Jahr. Anfangs brachte das Gas nur die Straßenlaternen in der Innenstadt zum leuchten. Bald sprang der Funke auch auf Haushalte und Gewerbe über. Gas erwärmte Wohnungen, Bügeleisen und Waschwasser.

Nach 20 Jahren war die Kapazität des ersten Gaswerks erschöpft. Ein zweites ging deshalb 1892 in der Saalbahnhofstraße in Betrieb, das Dritte folgte 1905 in der Löbstedter Straße. Durch den stetigen Ausbau des Netzes konnten neben dem Stadtzentrum bald auch Lichtenhain, Wenigenjena, Ziegenhain, Burgau, Winzerla, Löbstedt, Zwätzen und Lobeda mit Gas versorgt werden. Im Jahr 1945 musste die Gasversorgung über ein Jahr lang komplett eingestellt werden. Die Bombardierung Jenas im zweiten Weltkrieg hatte das Gasnetz so zerstört, dass umfangreiche Reparaturen nötig waren. 1965 löste Ferngas das Stadtgas ab. Die politische Wende brachte auch für die Gasversorgung Jenas einschneidende Änderungen. Zwischen 1991 und 1992 stellten die Stadtwerke allein 30.000 Hausanschlüsse von Ferngas auf umweltfreundliches Erdgas um. Jena war damit die erste erdgasversorgte Großstadt in Thüringen.

Heute unterhalten die Stadtwerke Jena-Pößneck in Jena ein Gasnetz, dass mit fast 370 Kilometern Länge aneinandergereiht bis zur Mecklenburger Seenplatte reichen würde. Die Kunden beziehen sicher und bequem Erdgas aus vorwiegend russischen Vorkommen. Dabei sorgt das Gas meist in den Jenaer Stadtrandgebieten für warme Wohnungen oder Herde. In der Industrie wird mit dem Erdgas unter anderem Glas zum Schmelzen gebracht, Oberflächen veredelt, Wasserstoff gewonnen oder Brot und Brötchen gebacken. Übrigens: Womit die Erfolgsgeschichte von Gas vor 145 Jahren begann, lebt heute wieder auf. Inzwischen brennen in der Wagnergasse elf Gaslaternen – voraussichtlich im nächsten Jahr kommen sieben weitere in der Quergasse hinzu.

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